Dank Internet bin ich in der Lage, hier regelmäßig deutsche Nachrichten zu verfolgen. Die einschlägigen Seiten des Spiegel, der Zeit und der Süddeutschen scheinen einem einen guten Überblick zu geben über das, was in Deutschland und der Welt geschieht.
In den letzten Tagen habe ich jedoch auffällig viele Nachrichten über Mexiko gesehen und gelesen, die ein sehr einseitiges Bild vermitteln. Es ist richtig, dass Mexiko sich momentan in einer sehr schwierigen Situation befindet, was die Sicherheit und die politische Lage betrifft. Die Korruption war und ist hier eines der gravierendsten Probleme und vor allem der florierende Drogenhandel und die aus der Bekämpfung der Kartelle resultierenden Konflikte stellen eine ernste Bedrohung für die Sicherheit der Bevölkerung da.
Allerdings beschränken sich diese "Drogenkriege" hauptsächlich auf die nördlichen Bundesstaaten dieses riesigen Landes. Vor allem entlang der Grenze zu den USA, in Tijuana oder in Ciudad Juárez, wo die Kartelle ihre unvorstellbare Macht ausüben und das Koks, Marihuana und was sonst noch alles verkauft wird hinüber auf den größten Drogenmarkt der Welt geschmuggelt wird, herrschen Zustände, wie man sie vorher nur aus Kolumbien kannte. Der restliche Grossteil Mexikos, etwa der Süden oder das Zentrum, wo ich lebe ist zwar nicht gerade die Schweiz, allerdings ist hier statt mit Enthauptungen, blutigen Gefängnisaufständen und öffentlichen Schießereien eher mit Taschendieben und fettleibigen, korrupten Polizisten zu rechnen.
Und dass in Cancún, das ohnehin fast nur von US-amerikanischen Partytouristen heimgesucht wird, zur Zeit des Spring Breaks ein eindeutiges Drogenproblem herrscht, ist ebenfalls nicht abzustreiten, allerdings auch nicht den Mexikanern vorzuwerfen. Glaubt man allerdings Spiegel Online bzw. dem amerikanischen Studenten mit den Minipli-Locken, der in dem dort gestern erschienenen Video ein Interview gibt, ist Cancún auch eine "Grenzstadt", in deren Straßen die Drogenbanden ihr Unwesen treiben. Glaubt man den meisten Mexikanern, sind das einzige, wovor man sich im Moment dort fürchten muss, amerikanische College-Studenten, die mit 2 Promille im Blut Wet-T-Shirt-Contests veranstalten.
Was in den letzten Tagen in deutschen Medien ankommt, entspricht sicherlich den Fakten. Allerdings vermittelt die einseitige Berichterstattung das Bild eines ganzen Landes, das im Drogensumpf versinkt, in dem an jeder Straßenecke Menschen erschossen und vergewaltigt werden und wo überall Chaos und Anarchie an der Tagesordnung stehen. Dies ist nicht so.
Donnerstag, 5. März 2009
Sonntag, 15. Februar 2009
3 Fakten
Der Slogan der Partei lautet: "Weil uns dein Leben interessiert. Todesstrafe für Mörder und Entführer."
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3 Fakten
Montag, 2. Februar 2009
Autos
Mexico City ist eine Autostadt. Aufgrund enormer Distanzen, unsicheren Wegen, fehlenden Fahrradwegen und einer dauernd überfüllten U-Bahn bewegen sich die meisten Leute hier im PKW fort. Vorausgesetzt natürlich, man kann sich einen leisten.
Nicht umsonst herrscht hier ein gewaltiges Stau- und Smogproblem, auch wenn es jedem Fahrzeughalter gesetzlich vorgeschrieben ist, an einem bestimmten Tag in der Woche den Wagen stehen zu lassen.
Zweifelhaft ist außerdem der Zustand vieler Autos, einen TÜV scheint es hier nicht zu geben, alles was noch rollt, darf hier fahren. So finden sich in den Straßen dieser Stadt neben imposanten amerikanischen Pick-Ups, zehntausenden legalen und illegalen (Piraten-) Taxis und europäischen Kleinwagen auch einige Kuriositäten aus vergangenen Jahrzehnten.
Hier ein paar Fotos; diese Galerie wird bei nächsten interessanten Funden erweitert...






Nicht umsonst herrscht hier ein gewaltiges Stau- und Smogproblem, auch wenn es jedem Fahrzeughalter gesetzlich vorgeschrieben ist, an einem bestimmten Tag in der Woche den Wagen stehen zu lassen.
Zweifelhaft ist außerdem der Zustand vieler Autos, einen TÜV scheint es hier nicht zu geben, alles was noch rollt, darf hier fahren. So finden sich in den Straßen dieser Stadt neben imposanten amerikanischen Pick-Ups, zehntausenden legalen und illegalen (Piraten-) Taxis und europäischen Kleinwagen auch einige Kuriositäten aus vergangenen Jahrzehnten.
Hier ein paar Fotos; diese Galerie wird bei nächsten interessanten Funden erweitert...


Dienstag, 13. Januar 2009
Huatulco
Nach zweiwöchiger Abwesenheit, schönen Feiertagen in Düsseldorf, damit verbundenen, geschätzten 63 Reisestunden und Aufenthalten in San Antonio, Chicago, London und New York bin ich seit letzter Woche endlich wieder in Mexiko.
Gleich nachdem ich am Mittwoch in Mexico City ankam ging es allerdings auch schon weiter, nach Huatulco, Oaxaca. Es galt, dort ein Camp für knapp 40 Austauschschüler zu organisieren, im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz, die vom dortigen, lokalen Komitee meiner Organisation durchgeführt wurde.
Was man im Süden Mexikos Anfang Januar erleben kann, wagte ich nicht zu träumen, als ich noch bei Minusgraden und 15 cm Neuschnee in Düsseldorf in den Zug stieg. Kaum drei Tage später saß ich dann schon am Strand unter Palmen, bei 32 Grad Hitze und sah den Pelikanen beim Fischen zu. Die Pazifikküste in Oaxaca ist wirklich wunderschön, es ist das Mexiko, was man aus Y tu mamá también kennt, ganz ohne die Hotelburgen oder die Massen amerikanischer Turisten Cancúns oder Acapulcos. Die kleinen Strände sind ruhig und teilweise fast unberührt, im Wasser schwimmen Fische, die ich bisher nur aus dem Düsseldorfer Aquazoo kannte. Unter den fast ausschließlich indigenen Bewohnern der Region fiel ich zum ersten Mal bewusst als Weißer auf, und das Essen war, wie ich das aus Oaxaca bereits gewöhnt bin, unschlagbar. Neben einigen Stunden Arbeit als Campleiter fand ich glücklicherweise genug Zeit, um das alles auszukosten.
Mein erstes Mal am Meer in diesem Land hat sich bis auf einen minimalen Sonnenbrand und den Zuschlag für einen verpassten Flieger zurück nach Mexico City vollends gelohnt. Ich denke bereits über die nächste Möglichkeit nach, an den Ozean zu fahren, es ist mit der Großstadt eben nicht zu vergleichen.
Dank meiner neuen Kamera konnte ich meine Eindrücke festhalten. Hier sind sie.




Gleich nachdem ich am Mittwoch in Mexico City ankam ging es allerdings auch schon weiter, nach Huatulco, Oaxaca. Es galt, dort ein Camp für knapp 40 Austauschschüler zu organisieren, im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz, die vom dortigen, lokalen Komitee meiner Organisation durchgeführt wurde.
Was man im Süden Mexikos Anfang Januar erleben kann, wagte ich nicht zu träumen, als ich noch bei Minusgraden und 15 cm Neuschnee in Düsseldorf in den Zug stieg. Kaum drei Tage später saß ich dann schon am Strand unter Palmen, bei 32 Grad Hitze und sah den Pelikanen beim Fischen zu. Die Pazifikküste in Oaxaca ist wirklich wunderschön, es ist das Mexiko, was man aus Y tu mamá también kennt, ganz ohne die Hotelburgen oder die Massen amerikanischer Turisten Cancúns oder Acapulcos. Die kleinen Strände sind ruhig und teilweise fast unberührt, im Wasser schwimmen Fische, die ich bisher nur aus dem Düsseldorfer Aquazoo kannte. Unter den fast ausschließlich indigenen Bewohnern der Region fiel ich zum ersten Mal bewusst als Weißer auf, und das Essen war, wie ich das aus Oaxaca bereits gewöhnt bin, unschlagbar. Neben einigen Stunden Arbeit als Campleiter fand ich glücklicherweise genug Zeit, um das alles auszukosten.
Mein erstes Mal am Meer in diesem Land hat sich bis auf einen minimalen Sonnenbrand und den Zuschlag für einen verpassten Flieger zurück nach Mexico City vollends gelohnt. Ich denke bereits über die nächste Möglichkeit nach, an den Ozean zu fahren, es ist mit der Großstadt eben nicht zu vergleichen.
Dank meiner neuen Kamera konnte ich meine Eindrücke festhalten. Hier sind sie.
Sonntag, 21. Dezember 2008
Guadalupe Reyes - Weihnachten in Mexiko
Mexikaner finden immer einen Grund zum Feiern. Sei es der Geburtstag der Kusine des Kumpels einer Ex-Freundin, der Uniabschluss eines Bekannten oder ein religiöser Feiertag. Letzteres trifft wohl auf die Fiestas in der gesamten Vorweihnachtszeit zu. Mit dem 12. Dezember, dem Tag der heiligen Jungfrau Guadalupe beginnt der so genannte Maratón Guadalupe Reyes. Scherzhaft ist hiermit die Zeit bis zum 6. Dezember (Heilige Drei Könige, span. Día de Reyes) gemeint, in der es immer eine Party gibt.
Los geht es mit den traditionellen Posadas, die immer bei irgendjemandem zu hause stattfinden. Hier dürfen in der Regel Piñatas und Punsch nicht fehlen, Musik und Tanz natürlich auch nicht. Die Weihnachtstage (nur 24. und 25.) werden dann, ähnlich wie in Deutschland mit der Familie verbracht. Die Gewohnheiten tendieren hier stark, allerdings ist Weihnachten neben dem Unabhängigkeitstag am 16. September oder dem Día de Muertos lange nicht der wichtigste Feiertag im Jahr, und hauptsächlich Kinder werden mit Geschenken bedacht. Es folgt Neujahr, was viele Hauptstädter zum Anlass nehmen um ans Meer zu fahren und dort zu feiern. Am 6. Januar dann gibt es für die Niños noch einmal Geschenke und man trifft sich, um ein spezielles süßes Brot zu essen, dass neben Nüssen und kandierten Früchten immer eine kleine Figur enthält. Wer das Stück mit der Puppe erwischt, muss im Februar dann an einem weiteren Feiertag die Tamales bezahlen, das sind mit Maismehl gefüllte Mais- oder Bananenblätter. Prinzipiell gibt es zu jedem dieser Anlässe Essen, Musik und Alkohol, was das Ganze auf Dauer auch anstrengend macht. Manch einer, der für ein feuchtfröhliches Zusammensein immer gut zu haben ist, lobt gerne auch den Maratón Reyes Guadalupe, aber das ist ein anderes Thema...
Leider werde ich die Weihnachtszeit in Mexiko verpassen, da ich in den nächsten zwei Wochen in Düsseldorf bei meiner Familie sein werde. Es erwartet mich also ein vertrautes deutsches Weihnachtsfest und ein Sylvester, an dem mit Altbier angestoßen wird. Im neuen Jahr werde ich mich zurückmelden, bis dahin alles Gute, frohes Fest und einen guten Rutsch.
Los geht es mit den traditionellen Posadas, die immer bei irgendjemandem zu hause stattfinden. Hier dürfen in der Regel Piñatas und Punsch nicht fehlen, Musik und Tanz natürlich auch nicht. Die Weihnachtstage (nur 24. und 25.) werden dann, ähnlich wie in Deutschland mit der Familie verbracht. Die Gewohnheiten tendieren hier stark, allerdings ist Weihnachten neben dem Unabhängigkeitstag am 16. September oder dem Día de Muertos lange nicht der wichtigste Feiertag im Jahr, und hauptsächlich Kinder werden mit Geschenken bedacht. Es folgt Neujahr, was viele Hauptstädter zum Anlass nehmen um ans Meer zu fahren und dort zu feiern. Am 6. Januar dann gibt es für die Niños noch einmal Geschenke und man trifft sich, um ein spezielles süßes Brot zu essen, dass neben Nüssen und kandierten Früchten immer eine kleine Figur enthält. Wer das Stück mit der Puppe erwischt, muss im Februar dann an einem weiteren Feiertag die Tamales bezahlen, das sind mit Maismehl gefüllte Mais- oder Bananenblätter. Prinzipiell gibt es zu jedem dieser Anlässe Essen, Musik und Alkohol, was das Ganze auf Dauer auch anstrengend macht. Manch einer, der für ein feuchtfröhliches Zusammensein immer gut zu haben ist, lobt gerne auch den Maratón Reyes Guadalupe, aber das ist ein anderes Thema...
Leider werde ich die Weihnachtszeit in Mexiko verpassen, da ich in den nächsten zwei Wochen in Düsseldorf bei meiner Familie sein werde. Es erwartet mich also ein vertrautes deutsches Weihnachtsfest und ein Sylvester, an dem mit Altbier angestoßen wird. Im neuen Jahr werde ich mich zurückmelden, bis dahin alles Gute, frohes Fest und einen guten Rutsch.
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Sonntag, 14. Dezember 2008
D.F. von oben
Ich hatte dieses Wochenende Besuch von zwei Freundinnen aus Toluca, einer Stadt in der Nähe des Distrito Federal. Sie arbeiten dort ebenfalls in einem Freiwilligendienst und kamen, um Mexikos Hauptstadt zu entdecken. Ich habe die Chance genutzt, um selber einmal die touristischen Attraktionen hier zu besichtigen, die ich in über drei Monaten, in denen ich jetzt schon hier lebe immer noch nicht gesehen hatte.
Unsere kleine Sightseeingtour beinhaltete unter anderem den Torre Latinoamericana, in den 50er Jahren mit seinen 183 Metern einst höchstes Gebäude in Lateinamerika und ganzer Stolz der Stadt, dessen Ähnlichkeit mit dem Empire State Building wohl kaum abzustreiten bzw. zufällig ist. Von oben hat man bei schönem Wetter theoretisch einen sehr guten Blick über die ganze Stadt. Samstag war ein sonniger Tag wie fast immer, wenn nicht gerade Regenzeit ist. Optimale Bedingungen also, um mal ein paar Fotos zu machen und sich ein Bild von den Ausmaßen Mexiko Stadts zu machen.

Wir hatten die Rechnung allerdings ohne den Smog gemacht...



Unsere kleine Sightseeingtour beinhaltete unter anderem den Torre Latinoamericana, in den 50er Jahren mit seinen 183 Metern einst höchstes Gebäude in Lateinamerika und ganzer Stolz der Stadt, dessen Ähnlichkeit mit dem Empire State Building wohl kaum abzustreiten bzw. zufällig ist. Von oben hat man bei schönem Wetter theoretisch einen sehr guten Blick über die ganze Stadt. Samstag war ein sonniger Tag wie fast immer, wenn nicht gerade Regenzeit ist. Optimale Bedingungen also, um mal ein paar Fotos zu machen und sich ein Bild von den Ausmaßen Mexiko Stadts zu machen.
Wir hatten die Rechnung allerdings ohne den Smog gemacht...
Sonntag, 7. Dezember 2008
Te hace daño no saber
Diese Woche hatte ich ein weiteres Mal ein sehr aufschlussreiches Erlebnis bezüglich der politischen und sozialen Situation in diesem Land.
Johannes, ein Freund von mir aus Wien arbeitet hier im Centro Nacional de Comunicación Social (Cencos), einer NGO die sich mit Menschenrechten und insbesondere der Presse- und Meinungsfreiheit in Mexiko befasst. Er lud mich am Dienstag zu einer von Cencos und Article 19 organisierten Veranstaltung ein, auf der die beiden Organisationen ihre neue gemeinsame Kampagne Te hace daño no saber vorstellten. In einem Museum in Mexikos Altstadt gab es neben Wein und Häppchen, den Präsentationen der Werbespots für Funk und Fernsehen auch geladene Gäste, die teilweise beunruhigende Ansprachen hielten.
Die eingeladenen Journalisten sprachen an dem Abend Klartext zur aktuellen Situation der Pressefreiheit und ihrer eigenen Sicherheit, die Anlass zu der Kampagne gibt, die übersetzt soviel wie "Es schadet dir, nicht Bescheid zu wissen" heißt . Die Reporter berichteten davon, dass sie und ihre Kollegen aufgrund von kritischer, investigativer Berichterstattung immer wieder Bedrohungen, Einschüchterungen und häufig lebensgefährlichen Aggressionen ausgesetzt sind. Seit dem Jahr 2000 sind so in Mexiko 29 Journalisten ermordet und acht entführt worden. 13 der Morde fanden allein in diesem Jahr statt, zuletzt in der Grenzstadt Juárez am 13. November an Armando Rodríguez, der für das Lokalblatt El Diario schrieb.
Außerdem eingeladen war Rosa Isela Caballero, Ehefrau des Journalisten José Antonio García Apac, der 2006 im Bundesstaat Michoacán verschwunden ist. Vermutlich wurde er aufgrund der Veröffentlichung von Artikeln über vermeintliche Zusammenhänge von Regierung und Kämpfen zwischen Drogenkartellen entführt. Seine Frau ist nun seit zwei Jahren im Ungewissen über das Schicksal ihres Mannes. Es war sehr beeindruckend, ihre persönliche Geschichte zu hören, und es machte einem deutlich, wie machtlos die einzelnen Personen in solchen Situationen sind. Offenbar mangelt es in diesem Land gewaltig an Schutz und Sicherheit, die ein demokratischer Staat gewährleisten sollte.
Hoffentlich kann die Kampagne dem wenigstens ein bisschen entgegensetzen.
Johannes, ein Freund von mir aus Wien arbeitet hier im Centro Nacional de Comunicación Social (Cencos), einer NGO die sich mit Menschenrechten und insbesondere der Presse- und Meinungsfreiheit in Mexiko befasst. Er lud mich am Dienstag zu einer von Cencos und Article 19 organisierten Veranstaltung ein, auf der die beiden Organisationen ihre neue gemeinsame Kampagne Te hace daño no saber vorstellten. In einem Museum in Mexikos Altstadt gab es neben Wein und Häppchen, den Präsentationen der Werbespots für Funk und Fernsehen auch geladene Gäste, die teilweise beunruhigende Ansprachen hielten.
Die eingeladenen Journalisten sprachen an dem Abend Klartext zur aktuellen Situation der Pressefreiheit und ihrer eigenen Sicherheit, die Anlass zu der Kampagne gibt, die übersetzt soviel wie "Es schadet dir, nicht Bescheid zu wissen" heißt . Die Reporter berichteten davon, dass sie und ihre Kollegen aufgrund von kritischer, investigativer Berichterstattung immer wieder Bedrohungen, Einschüchterungen und häufig lebensgefährlichen Aggressionen ausgesetzt sind. Seit dem Jahr 2000 sind so in Mexiko 29 Journalisten ermordet und acht entführt worden. 13 der Morde fanden allein in diesem Jahr statt, zuletzt in der Grenzstadt Juárez am 13. November an Armando Rodríguez, der für das Lokalblatt El Diario schrieb.
Außerdem eingeladen war Rosa Isela Caballero, Ehefrau des Journalisten José Antonio García Apac, der 2006 im Bundesstaat Michoacán verschwunden ist. Vermutlich wurde er aufgrund der Veröffentlichung von Artikeln über vermeintliche Zusammenhänge von Regierung und Kämpfen zwischen Drogenkartellen entführt. Seine Frau ist nun seit zwei Jahren im Ungewissen über das Schicksal ihres Mannes. Es war sehr beeindruckend, ihre persönliche Geschichte zu hören, und es machte einem deutlich, wie machtlos die einzelnen Personen in solchen Situationen sind. Offenbar mangelt es in diesem Land gewaltig an Schutz und Sicherheit, die ein demokratischer Staat gewährleisten sollte.
Hoffentlich kann die Kampagne dem wenigstens ein bisschen entgegensetzen.
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