Freitag, 17. April 2009

Obama in Mexiko


Barack Obama war gestern zum ersten Mal in seinem Amt als neuer US-Präsident zu einem kurzen Staatsbesuch in Mexiko Stadt. Zum Thema: eine sehr gute Bestandsaufnahme der aktuellen politischen Beziehungen der beiden Länder und ein kurzes Resümee des Treffens zwischen ihm und Felipe Calderón, beides gefunden auf Spiegel Online.

Viel mitbekommen hat man nicht von der Veranstaltung, bis auf eine Menge Schlagzeilen, Plastikfähnchen auf dem Paseo de la Reforma und grossräumige Absperrungen rund um Chapultepec und Los Pinos, der Amtssitz Calderóns und Ort des Geschehens. Obama war 21 Stunden hier und ist nun schon auf dem Weg nach Trinidad.

Dienstag, 31. März 2009

Ruta Maya, 1. Teil

Ich war bis letzte Woche unterwegs auf der sogenannten Ruta Maya, eine recht variable Strecke, die entlang der bedeutenden Ruinen und Ausgrabungsstätten, also der Zentren der prehispanischen und, wie der Name schon sagt, Maya-Kultur führt. Die meisten dieser längst verlassenen Städte liegen im Südosten Mexikos, in den Bundesstaaten Chiapas, Qintana Roo und Yucatán. Und da zwölf Tage lang nur alte Steine zu besichtigen doch sehr anstrengend sein könnte, habe ich mir auf dem Weg ein paar Städte angeguckt, im Urwald Affen fotografiert, an Karibikstränden die Beine hochgelegt und in Cancún amerikanischen College-Studenten zugeprostet.

In den folgenden Tagen werde ich hier mal ein kleines Best Of der etwa 1300 Bilder posten, die dort enstanden sind. Heute geht es los mit den Pyramiden von Teotihuacán im Norden von Mexiko Stadt. Hier hat meine Reise begonnen, es handelt sich um eine der bekanntesten Städte, was wohl an ihren Ausmaßen und der Nähe zum D.F. liegen mag. Es ist ein sehr karger Ort, überlaufen von Touristen, die sich hier reihenweise schlimme Sonnenbrände holen. Trotzdem beeindruckend.







Mittwoch, 11. März 2009

D.F. bei Nacht

Ich war mal wieder auf dem Torre Latinoamericana, diesmal bei Nacht, ohne Einschränkung durch den Smog. Eine Freundin von mir hat dabei mal ein paar surrealistische Eindrücke mit meiner Kamera eingefangen.






Donnerstag, 5. März 2009

Mexiko in deutschen Medien

Dank Internet bin ich in der Lage, hier regelmäßig deutsche Nachrichten zu verfolgen. Die einschlägigen Seiten des Spiegel, der Zeit und der Süddeutschen scheinen einem einen guten Überblick zu geben über das, was in Deutschland und der Welt geschieht.

In den letzten Tagen habe ich jedoch auffällig viele Nachrichten über Mexiko gesehen und gelesen, die ein sehr einseitiges Bild vermitteln. Es ist richtig, dass Mexiko sich momentan in einer sehr schwierigen Situation befindet, was die Sicherheit und die politische Lage betrifft. Die Korruption war und ist hier eines der gravierendsten Probleme und vor allem der florierende Drogenhandel und die aus der Bekämpfung der Kartelle resultierenden Konflikte stellen eine ernste Bedrohung für die Sicherheit der Bevölkerung da.

Allerdings beschränken sich diese "Drogenkriege" hauptsächlich auf die nördlichen Bundesstaaten dieses riesigen Landes. Vor allem entlang der Grenze zu den USA, in Tijuana oder in Ciudad Juárez, wo die Kartelle ihre unvorstellbare Macht ausüben und das Koks, Marihuana und was sonst noch alles verkauft wird hinüber auf den größten Drogenmarkt der Welt geschmuggelt wird, herrschen Zustände, wie man sie vorher nur aus Kolumbien kannte. Der restliche Grossteil Mexikos, etwa der Süden oder das Zentrum, wo ich lebe ist zwar nicht gerade die Schweiz, allerdings ist hier statt mit Enthauptungen, blutigen Gefängnisaufständen und öffentlichen Schießereien eher mit Taschendieben und fettleibigen, korrupten Polizisten zu rechnen.

Und dass in Cancún, das ohnehin fast nur von US-amerikanischen Partytouristen heimgesucht wird, zur Zeit des Spring Breaks ein eindeutiges Drogenproblem herrscht, ist ebenfalls nicht abzustreiten, allerdings auch nicht den Mexikanern vorzuwerfen. Glaubt man allerdings Spiegel Online bzw. dem amerikanischen Studenten mit den Minipli-Locken, der in dem dort gestern erschienenen Video ein Interview gibt, ist Cancún auch eine "Grenzstadt", in deren Straßen die Drogenbanden ihr Unwesen treiben. Glaubt man den meisten Mexikanern, sind das einzige, wovor man sich im Moment dort fürchten muss, amerikanische College-Studenten, die mit 2 Promille im Blut Wet-T-Shirt-Contests veranstalten.

Was in den letzten Tagen in deutschen Medien ankommt, entspricht sicherlich den Fakten. Allerdings vermittelt die einseitige Berichterstattung das Bild eines ganzen Landes, das im Drogensumpf versinkt, in dem an jeder Straßenecke Menschen erschossen und vergewaltigt werden und wo überall Chaos und Anarchie an der Tagesordnung stehen. Dies ist nicht so.

Sonntag, 15. Februar 2009

3 Fakten

Die mexikanischen Grünen fordern die Wiedereinführung der Todesstrafe. Sie wurde 2005 abgeschafft.

Der Slogan der Partei lautet: "Weil uns dein Leben interessiert. Todesstrafe für Mörder und Entführer."

In U-Bahnstationen in Mexiko Stadt werden "Naturprodukte" verkauft. Es sind hauptsächlich Mittel zur Potenzsteigerung oder zur Behandlung von Haut- oder Gewichtsproblemen. Sehr vertrauenserweckend.

Im mexikanischen Kabelfernsehen werden jede Woche die zwei wichtigsten Bundesligaspiele ausgestrahlt. Außerdem gibt es ein ausführliches Magazin mit Reportagen, Hintergrundinformationen und Interviews rund um den deutschen Fußball. Das alles auf Spanisch und zur Prime Time.

Montag, 2. Februar 2009

Autos

Mexico City ist eine Autostadt. Aufgrund enormer Distanzen, unsicheren Wegen, fehlenden Fahrradwegen und einer dauernd überfüllten U-Bahn bewegen sich die meisten Leute hier im PKW fort. Vorausgesetzt natürlich, man kann sich einen leisten.
Nicht umsonst herrscht hier ein gewaltiges Stau- und Smogproblem, auch wenn es jedem Fahrzeughalter gesetzlich vorgeschrieben ist, an einem bestimmten Tag in der Woche den Wagen stehen zu lassen.
Zweifelhaft ist außerdem der Zustand vieler Autos, einen TÜV scheint es hier nicht zu geben, alles was noch rollt, darf hier fahren. So finden sich in den Straßen dieser Stadt neben imposanten amerikanischen Pick-Ups, zehntausenden legalen und illegalen (Piraten-) Taxis und europäischen Kleinwagen auch einige Kuriositäten aus vergangenen Jahrzehnten.

Hier ein paar Fotos; diese Galerie wird bei nächsten interessanten Funden erweitert...







Dienstag, 13. Januar 2009

Huatulco

Nach zweiwöchiger Abwesenheit, schönen Feiertagen in Düsseldorf, damit verbundenen, geschätzten 63 Reisestunden und Aufenthalten in San Antonio, Chicago, London und New York bin ich seit letzter Woche endlich wieder in Mexiko.
Gleich nachdem ich am Mittwoch in Mexico City ankam ging es allerdings auch schon weiter, nach Huatulco, Oaxaca. Es galt, dort ein Camp für knapp 40 Austauschschüler zu organisieren, im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz, die vom dortigen, lokalen Komitee meiner Organisation durchgeführt wurde.

Was man im Süden Mexikos Anfang Januar erleben kann, wagte ich nicht zu träumen, als ich noch bei Minusgraden und 15 cm Neuschnee in Düsseldorf in den Zug stieg. Kaum drei Tage später saß ich dann schon am Strand unter Palmen, bei 32 Grad Hitze und sah den Pelikanen beim Fischen zu. Die Pazifikküste in Oaxaca ist wirklich wunderschön, es ist das Mexiko, was man aus Y tu mamá también kennt, ganz ohne die Hotelburgen oder die Massen amerikanischer Turisten Cancúns oder Acapulcos. Die kleinen Strände sind ruhig und teilweise fast unberührt, im Wasser schwimmen Fische, die ich bisher nur aus dem Düsseldorfer Aquazoo kannte. Unter den fast ausschließlich indigenen Bewohnern der Region fiel ich zum ersten Mal bewusst als Weißer auf, und das Essen war, wie ich das aus Oaxaca bereits gewöhnt bin, unschlagbar. Neben einigen Stunden Arbeit als Campleiter fand ich glücklicherweise genug Zeit, um das alles auszukosten.

Mein erstes Mal am Meer in diesem Land hat sich bis auf einen minimalen Sonnenbrand und den Zuschlag für einen verpassten Flieger zurück nach Mexico City vollends gelohnt. Ich denke bereits über die nächste Möglichkeit nach, an den Ozean zu fahren, es ist mit der Großstadt eben nicht zu vergleichen.

Dank meiner neuen Kamera konnte ich meine Eindrücke festhalten. Hier sind sie.